Uganda Reisebericht: Safari im Kidepo-Nationalpark

Fernab des Tourismus ist der Nationalpark im äußersten Norden ein wahres Juwel. Umgeben von Bergmassiven findet sich hier eine ursprüngliche, wunderschöne Landschaft mit Baum- und Buschsavanne. Unsere Afrika-Expertin Judith Nagel berichtet von ihrer Info-Reise.

Das Uganda Tourism Board möchte den Tourismus im Land weiter stärken und lädt Reiseveranstalter sowie Journalisten aus den wichtigsten Quellmärkten der Welt ein. Der zukunftsorientierte Ansatz ist, den Gästen nicht nur die klassische Rundreise mit Safari und Gorilla-Tracking anzubieten, sondern das Land vielfältig und teils abseits der bisher bekannten Touristenpfade zu erkunden. Da versteht es sich von selbst, dass REISEN MIT SINNEN auf dieser Inforeise nicht fehlen darf; auch wenn wir bereits lange vor Planung dieser Reise beschlossen hatten, eine Kleingruppenreise abseits der Masse und zum wohl schönsten Nationalpark des Landes – dem Kidepo Nationalpark – in unser Portfolio aufzunehmen.

Uganda hat insgesamt 10 Nationalparks, doch nur ein Bruchteil wird auf einer klassischen Rundreise besucht, darunter der Murchison Falls Nationalpark, der Queen Elizabeth Nationalpark und der für Gorillas bekannte Bwindi Impenetrable Nationalpark. Vernachlässigt wurde dabei lange Zeit einer der artenreichsten und vielleicht schönsten Nationalparks Ugandas – der Kidepo Nationalpark. Was Grizmek für die Serengeti war, war der Deutsche Peter Möller für den bisher unbekannten Nationalpark im Norden des Landes.

Erste Eindrücke meiner Uganda-Reise

Bisher war mir der Nil nur als längster Fluss der Welt bekannt, nach der ersten Nacht würde ich ihn wohl auch als einen der lautesten Flüsse einordnen. Wir sind mit einem kleinen Boot auf eine vorgelagerte Insel übergesetzt und wohnen hier in luxuriös eingerichteten Zimmern, die halb afrikanische Hütte, halb Safari-Zelt gleichen. Der Blick vom Restaurant, dem in Stein gehauenen Pool oder vom Balkon der Zimmer aus auf die Stromschnellen des Nils ist beeindruckend. (Wildwaters Lodge)

 

Der Kipedo-Nationalpark: Artenvielfalt in wunderschöner Landschaft

Der Höhepunkt meiner Reise nach Uganda war ohne Zweifel der Kipedo-Nationalpark! Fernab des Tourismus ist der Nationalpark im äußersten Norden ein wahres Juwel. Umgeben von Bergmassiven findet sich hier eine ursprüngliche, wunderschöne Landschaft mit Baum- und Buschsavanne. Auf den ersten Blick wirkt es, als sei man in der Serengeti. Aber da man weit und breit keinen anderen Touristen trifft, merkt man schnell, dass es sich nicht um den bekannten Nationalpark des Nachbarlandes handelt. Der meist trockene Nationalpark unterteilt sich in zwei Täler: das Tal des Kidepo Flusses und das des Narus Flusses, welcher ganzjährig Wasser führt. Kein Wunder, dass sich hier eine große Artenvielfalt mit 77 Säugetierarten und 500 Vogelarten zu Hause fühlt. Bei unserer ersten Safari kommt echtes Afrika-Abenteuer-Gefühl auf. Wir haben Glück und begegneten einigen der vielen Elefanten, Löwen, Büffeln und Rothschild-Giraffen auf unserer Pirsch im Fahrzeug. Aber auch kleinere Tiere, wie Zebras, Antilopen oder Paviane sieht man häufig im Kipedo-Nationalpark, ebenso wie die Vogelarten Strauß, Riesentrappe, Geier oder Adler.

Uganda Rundreise: grandiose Landschaften

Safari im Kidepo Nationalpark

Uganda Reise: Safari im Kidepo Nationalpark

Im Narus Tal verlassen wir das Fahrzeug und erkunden bei einem 1,5 stündigen Bush-Walk die Umgebung. Schon auf den ersten Metern begegnen wir Warzenschweinen, Zebras und Elands. Nach dem ersten Hügel stehen wir dann einer kleine Herde Giraffen gegenüber und schauen uns gegenseitig fragend an. Auch Antilopen, Wasserböcken und Klippspringern kann man bei einer Wanderung mit etwas Glück begegnen.

In der Vergangenheit galt der Kidepo Valley Nationalpark als unsicheres Terrain, in dem Rebellen und Wilderer unterwegs waren. Diese Zeiten sind mittlerweile vorbei, die Parkverwaltung hat die Wilderei unter Kontrolle und die Sicherheitslage innerhalb des Parks gilt als ausgezeichnet. Über viele Jahre trieben zwei Deutsche den Naturschutz in Uganda voran und drehten zahlreiche Naturfilme. Im Kidepo gibt es nur eine große Regenzeit, die von April bis September andauert. Die Monate Oktober bis März eignen sich für Besuche daher am besten.

Begegnungen: Besuch bei den Karamojong

Doch nicht nur Tieren kann man in der Gegend des Kidepo-Nationalparks begegnen. Wir fahren an die Grenze des Parks und besuchen ein Dorf der Karamojong, einem halbnomadischen Hirtenvolk im  Nordosten Ugandas. Fernab des Tourismus kann man hier den Menschen authentisch und auf Augenhöhe begegnen. Ein Bewohner führt uns durch das Dorf und zeigt uns, wie sie leben. Sogar den selbsthergestellten Maisschnaps dürfen wir probieren. Die Kinder und jungen Erwachsenen beobachten uns ganz neugierig, laden uns zum gemeinsamen Singen und Tanzen ein. Der Abschied fällt schwer und ich verspreche, dass ich die fotografierten Bilder zuschicken werde.

Im Nationalpark gibt es nur eine Lodge (Apoka Lodge), welche offen in der Savanne liegt. Vom Lodge-eigenen Aussichtsturm kann man weit in die Ferne blicken, auf einem großen Felsen kommt ein echtes „König der Löwen“ Gefühl auf und am Pool kommt auch schon mal der Buschbock zum Trinken vorbei. Ein Ort, um einfach mal Abstand vom Alltag zu gewinnen und die einzigartige Natur hautnah zu erleben.
Verwöhnt wird man dabei von leckerem Essen, welches einem immer an einem anderen Ort serviert wird (mal am Pool, mal auf dem Felsen, mal im Busch, mal auf dem Aussichtsturm) und einem tollen Service.

UGANDA: KARAMOJONG

Karamojong: Begegnungen in Uganda

Rückreise in die Hauptstadt Kampala

Nun geht es zurück in die Hauptstadt. Der Flug in der kleinen 11-Sitzer Propeller-Maschine ist nur etwas für Abenteuerlustige, auch wenn die jungen Piloten mit Ihren Ray-Ban Sonnenbrillen wie aus einem coolen Hollywood-Film erscheinen. Von der Landschaft, die wir aus der Vogelperspektive sehen, kann ich nichts genießen, zu sehr fiebere ich dem Moment entgegen, in dem wir wieder festen Boden unter den Füßen haben.

Glücklicherweise haben wir den Hinweg auf dem Landweg erlebt, so dass ich dabei die faszinierende abwechslungsreiche Landschaft in Ruhe an mir vorbeiziehen lassen konnte. Begonnen hatten wir die Reise im grünen feuchten Süden und es wurde peu-a-peu immer trockener. Die Hauptstadt Kampala und die ehemalige Hauptstadt Entebbe sind ökonomischer Motor des Landes und typisch afrikanische Großstädte. Hier kann man eintauchen in die Kultur des Großstadtdschungels und wie bspw. einige unserer Gäste die erste und einzige Jazzbar Ugandas besuchen. Oder man unternimmt eine Bootsfahrt auf dem zweitgrößten Süßwassersee der Welt, dem Viktoria See.

Ich treffe mich aber noch mit unserem Partner vor Ort, Tony Mulinde. Er ist einer der wenigen Ugander, die Deutsch sprechen, und wir arbeiten schon viele Jahre zusammen. Somit kennt er die Bedürfnisse unserer Gäste bestens und es ist kein Wunder, dass alle Besucher immer begeistert von ihrer Reise zurück kehren. Auch Tony ist übrigens ein großer Fan vom abgelegenen Kidepo-Nationalpark (schauen Sie selbst unter https://www.youtube.com/watch?v=xHJ_QfgEvEg).

Reisetipps für Uganda

Unsere Reise in den „Geheimnisvollen Norden“  ist sowohl für den Erstreisenden nach Uganda wie auch für den bereits erfahrenen Reisenden geeignet . Alternativ können Sie den Norden natürlich auch individuell bereisen (Baustein im Katalog, noch nicht online). Wenn Sie doch lieber die klassische Route bereisen möchten, haben wir folgende Reisen im Angebot ZEIT-Reise mit unserem tollen Reiseleiter Heiko Hooge:

Uganda -Auf der Fährte der „Verwandten

Uganda, Ruanda- Die unbändige Kraft der Natur

Mein Fazit: Schönes Land, sehr nette Menschen und ich habe noch nie so vielen Kindern zugewunken. Uganda scheint einer der wenigen Orte zu sein wo man neben tollen Safari-Erlebnissen auch noch authentisch und auf Augenhöhe den Menschen begegnen kann. Kultur und Natur pur!

 

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