Wandern mit Sinnen auf den Kapverden

Wandernd mit Sinnen, so kann man auf den vielen schönen Inseln der Kapverden unterwegs sein.

Und dies am besten – die Erfahrung hat unsere lebendige Kleingruppe der „Best Selection Wandertour“ gerade intensiv gemacht, in Begleitung einer der engagierten Lokalen Guides, die direkt auf den Kapverden leben. Sie plaudern aus dem „Nähkästchen“, führen uns zu ihren Familien und lassen uns oft am Familienleben teilhaben. Sie zeigen uns ganz besondere Ecken ihres Heimatlandes, kennen die exotischen Pflanzen ihrer Natur genau und oft sogar deren Heilwirkungen. Durch ihre persönlichen Kontakte kommt es oft zu einem Sesam-öffne-dich-Effekt für die ganze Gruppe, so dass wir bei den Bauern Früchte probieren dürfen, die Großmutter uns auf einen Kaffee einlädt, wir eine Schule oder einen Kindergarten besuchen, mit den Kindern singen und auf den ältesten Kapokbaum der Kapverden klettern, auf dem Markt Köstlichkeiten probieren und selber einkaufen und ein Haustierzahmes Äffchen begrüßen und mit Bananen füttern dürfen.

Affe Kapverden

Manchmal bekommt man die Gelegenheit beim Wandern auf den Kapverden kleine Affen zu füttern

All diese hautnahen und besonderen Erlebnisse wären ohne unsere lokalen Kulturvermittler kaum möglich.

So waren wir auf der Insel Santiago, der größten Insel der Kapverden, unterwegs mit dem jungen Kapverdianer Joao Luis und es war ein Genuss. Bei unserer Wanderung durch die Gebirgszüge der Serra Malagueta durchstreifen wir Täler, in denen üppige, vielartige Pflanzen, Mangobäume und terrassenförmige Felder an uns vorbeiziehen. Mit seiner Hauptstadt Praia im Südosten war es Santiago, das die Geschichte des Archipels maßgeblich geprägt hat. Mittlerweile lebt mehr als die Hälfte der Kapverdianer auf dieser Insel. Mit einer Fläche von 990 km ist Santiago die größte und gleichzeitig produktivste Insel. Man findet feinsandige Strände genauso wie mächtige Gebirge und trockene Steppengebiete, aber auch fruchtbare Täler und Hochebenen. In einem Tal bei Assomada, im Inselinneren, kann man den ältesten und größten Baum der Kapverden bestaunen, einen Kapokbaum, ca. 500 Jahre alt und 40m hoch.

Kapverden Insel Santiago Ausblick

Wandern auf der Kapverdischen Insel Santiago in einer Kleingruppe und den Ausblick genießen

Joao erzählte uns gleich auf der Busfahrt seine spannende und für die Kapverden exemplarische afro-kosmopolitische Lebensgeschichte und alle hörten gebannt zu: Joao Luis ist in Brava, der kleinen wilden ungezähmten Insel der Kapverden, geboren. Aber schon als er 4 Jahre alt war, wanderten seine Eltern in die Vereinigten Staaten aus. Brava bot wirtschaftlich keine Existenzgrundlagen. So verbrachte Joao seine Kindheit in den Staaten, lernte perfekt Englisch, arbeitete in einer Wollfabrik, lebte dort über 20 Jahre, erhielt aber die Greencard dennoch nicht und kehrte – wie so viele Afro-Amerikaner und Kapverdianer – als Re-Emigrant auf die Kapverden zurück, diesmal nach Santiago.

Joao Luis

Der junge Kapverdianer Joao Luis arbeitet als Reiseleiter auf den Kapverdischen Inseln

Seine 11 Geschwister sind über alle Herren Länder verteilt, umso stärker sind der Familienzusammenhalt und das Verbundenheitsgefühl. Der Bruder Tutu arbeitet ebenfalls als Lokaler Guide für Reisen mit Sinnen auf Santiago, – andere Geschwister sind aktuell in Holland und der Schweiz, in den USA und auch wieder in Brava verteilt. Die Mutter lebt ebenfalls weiterhin in den USA. Wenn die Finanzen es erlauben, besucht sie ihre Kinder alle paar Jahre einmal auf den Kapverden. So ist sie aktuell gerade für 3 Monate auf den Kapverden und genießt es, ihre Söhne zu sehen und mit ihnen Weihnachten zu feiern.

Der Vater war in der Seefahrt tätig, hat auf diese Weise überall seine genetischen Spuren und Halbgeschwister für Joao hinterlassen.

Die Großmutter väterlicherseits lebt 96-jährig in Praia, der Hauptstadt von Santiago, – die Großmutter mütterlicherseits mit ihren 106 Jahren und fleißig Pfeife rauchend in den USA. Auf beide ist Joao sehr stolz.

Seit 3 Jahren arbeitet Joao Luis nun für unsere Agentur „Vista Verde“, die genau diesen Brückenschlag zwischen deutschen Touristen und Wandergruppen und den einheimischen Strukturen und Menschen fördert. Er arbeitet als Freelancer, macht seine Arbeit mit großer Begeisterung, zeigt uns mit Liebe und Hingabe seine Landschaft, hält kurz am Straßenrand, um für alle Erdnüsse zu pflücken, stellt uns unterwegs seine Freunde und Bekannten vor und freut sich wenn wir einiges an Unterstützung für die Schulkinder in den abgelegenen Dörfern spenden möchten.

Mehrfach haben unsere Gäste bei den Wanderungen mit ihm Tränen in den Augen, als sie die strahlenden Kinder erleben, – sie sind berührt davon, unterwegs so viel zu sehen, zu schmecken, zu riechen, zu hören und zu fühlen.

So kann man es jedem, der diese schönen Atlantikinseln besuchen möchte, nur empfehlen, sich diesen Mehrwert zu gönnen und sich von unseren kapverdischen Freunden und Mitarbeitern persönlich durch ihr Land führen zu lassen.

Uljana Brunzema

Wir stärken damit die lokalen Strukturen im Land, unterstützen die weniger wohlhabendere Landbevölkerung und nehmen selber einen bunten Blumenstrauß voller lebendiger Bilder mit nachhause. Was kann es Sinnvolleres geben, gerade in der heutigen Zeit, als eine solche Synergie?

 

Uljana Brunzema, Reiseleiterin REISEN MIT SINNEN

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