Borneo Reisebericht: Sinfonie tropischer Grüntöne

Unsere Reisegäste Anika Henkel und Florian Ringe berichten von der Malaysia-Gruppenreise:
Borneo – Sinfonie tropischer Grüntöne  (31.7. bis 15.8.2015)

Anreise nach Borneo

Von Hamburg gehen wir ab Heathrow spätabends mit dem riesigen A380 in die Luft. Es gibt noch eine Mahlzeit, die schon etwas schärfer gewürzt ist, dann wird das Licht gedimmt. Wer möchte, kann sich am persönlichen Entertainment-Bildschirm Filme, Musik oder Spiele aussuchen. Der einzige deutschsprachige  Film scheint „Das kleine Gespenst“ zu sein.

Etwa 12 Stunden später aber nach Ortszeit schon kurz vor Sonnenuntergang landen wir in Kuala Lumpur. Obwohl wir pünktlich gelandet sind, haben wir entgegen dem Reiseplan nur eine Stunde Zeit, um quer durch den riesigen Flughafen zum nächsten Abfluggate zu gelangen. Zum Glück gibt es hier einen Schnellzug zwischen den Terminals. Bei der Passkontrolle gibt es einen Stempel, der sich später als wichtig erweist. Wir geben auch noch digitale Fingerabdrücke ab, und erreichen just in time zum Check-In das Gate B8. Hier treffen wir schon einen Teil der Reisegruppe. Dieser Flieger ist deutlich kleiner und längst nicht ausgebucht. Der Fensterplatz bietet einzigartige Sicht auf Blitze innerhalb der Wolken am Horizont. Nach einer weiteren Mahlzeit landen wir am Zielflughafen Kuching. Wieder Einreise, wieder einen Stempel und wieder Fingerabdrücke. Nur bei Bernd gibt es Probleme, weil ihm der erste Stempel fehlt. Nach längerer Diskussion darf er doch weiter. Am Gepäckband erwartet uns schon eine freundliche Frau, die uns erklärt, dass unser Gepäck den Anschluss nicht geschafft hat, aber mit dem nächsten Flieger kommen und dann direkt ins Hotel gebracht werden soll. Wer meint, wir hätten damit die größten Schwierigkeiten erlebt, irrt. Unser Reiseleiter berichtet, dass 5 weitere Mitreisende wegen „technischer Probleme“  noch in Deutschland festsitzen und erst zwei Tage später ankommen werden.

So macht sich die vorerst sechsköpfige Gruppe mit Reiseleiter Tom mit einem kleinen Bus auf ins Hotel. Er gibt schon einen Ausblick auf den nächsten Tag und verteilt Programme und Zimmerkarten. Zum Glück gibt es im Zimmer eine Klimaanlage, denn trotz des abkühlenden Regens ist es sehr draußen schwül.d

Sonntag, Stadtrundfahrt durch Kuching

Die Auswahl des Frühstücks ist gewöhnungsbedürftig: wir trauen uns bisher nur an Toast mit merkwürdiger Marmelade und Erdnussbutter, nach Nudelsuppe mit verschiedensten Beilagen war uns nicht der Geschmack.orang utan

Punkt 8 Uhr fahren wir los Richtung Süden nach Semenggoh, einem Orang Utan-Auswilderungs-Nationalpark. Die Tiere sind hier nicht eingesperrt, sondern können sich frei bewegen. So ist auch nicht sichergestellt, dass zu den Fütterungszeiten überhaupt einige der großen Affen erscheinen. Wir haben aber wieder einmal Glück. Eine Mutter mit ihrem Jungen wartet schon im Baumwipfel, um das Seil zum Futterplatz hinunter zu hangeln. Die Touristen stehen alle auf einer Tribüne und schauen zu. Da hier erst einmal nichts mehr passiert, gehen die meisten Touristen zu einer anderen Stelle, so dass wir hier fast allein bleiben und die beiden Affen in Ruhe weiter beobachten können, wie sie sich abseilen, eine Frucht schnappen und damit wieder im hohen Baum verschwinden. Wenn gerade kein Orang Utan auf der Futterplattform ist, kommen viele Streifenhörnchen, um vom Futter zu naschen. Auf dem Rückweg zum Bus sehen wir uns noch einige Pflanzen am Wegesrand an, darunter viele fleischfressenden Kannenpflanzen.

Dann beginnen wir unsere Stadtrundfahrt durch Kuching im Sarawak-Museum. In einem historischen Gebäude sind neben allen Tieren der Region auch Ausstellungen zum Leben im Langhaus der Kopfjäger zu sehen: alles sehr anschaulich, aber auch etwas antiquiert.

Es folgte ein Besuch im ältesten China-Tempel der Stadt. Er ist sehr farbenfroh, besonders sind die Ananas-förmigen Kerzen, die man als Opfergabe kaufen kann, ebenso Papiergeld und Räucherstäbchen. In einer Nebenstraße kehren wir bei einem einheimischen Schnellrestaurant mit Buffet ein. Sehr lecker. Unser Reiseleiter isst traditionell mit den Fingern.

Weiter geht die Rundfahrt durch das muslimische Viertel zur großen Moschee. Die Damen werden mit blauem Kapuzencape versehen, die anderen brauchen nur die Schuhe auszuziehen. Ein riesiger Kronleuchter hängt in dem großen freien Raum. Um die Moschee befindet sich ein Friedhof.

Weiter geht es zu Fuß zunächst durch das indische Viertel mit seinen vielen kleinen Geschäften an der Waterfront direkt am Fluss. Nebenan ist Chinatown mit weiteren Tempeln und Geschäften.

Kuching heißt „Stadt der Katzen“, weshalb sich auch an vielen Orten Katzenstatuen befinden. An einer machen wir in Gruppenfoto, bevor wir wieder zum Hotel fahren. Jetzt haben wir etwas Freizeit, die wir mit einem Spaziergang entlang des Flusses verbringen.

Das Wetter heute ist sehr sonnig und heiß, so dass wir uns schon über einige Wolken freuen. Gegen Abend kommen ein paar Tropfen Regen. Hoffentlich brauchen wir die hier neu gekauften Regen-Ponchos vorerst nicht.

Zum Abendessen gehen wir mit der ganzen bisherigen Gruppe in ein anderes einheimisches Restaurant. Die Karte besteht aus Reis oder Nudeln mit scharfem Huhn oder Meeresfrüchten. Die Besonderheit ist das Farngemüse.

Bei einer ersten Vorstellungsrunde erfahren wir etwas mehr über unsere Mitreisenden.

Montag, Bako-Nationalpark mit Delfinen und Nasenaffen

Nach dem Frühstück geht es zur nördlich von Kuching gelegenen Danei-Halbinsel. Dort lassen wir die Hälfte unseres Gepäcks und steigen mit Seesack in ein kleines Boot um. Zunächst fahren wir an der Küste mit hübschen Stränden und Urwaldvegetation entlang auf der Suche nach den berühmten hier lebenden Irrawaddy-Delfinen. Tatsächlich finden wir eine Gruppe, die mit leichtem Schnaufen und kleiner Wasserfontäne auftauchen und gleich wieder untertauchen gefolgt vom Klacken der Fotoapparate.delfine irrawaddy borneo

Dann geht es um die gesamte Halbinsel herum zur Nachbarhalbinsel, auf der sich der Bako-Nationalpark befindet. Dieser ist nur per Boot erreichbar. So werden wir im seichten Wasser abgesetzt und gehen durch Wasser und Watt zur Parkverwaltung, bei der sich auch einige Gästehäuser befinden. Da unsere Zimmer noch nicht fertig sind, machen wir uns auf unsere erste  Wanderung, bei der wir gleich hinter den ersten Häusern Nasenaffen in den Bäumen sehen. Auf und neben dem Weg tollen Makaken. Ein erhöhter Holzweg führt durch den im Moment trocken  gelegten Mangrovenwald. Durch den Sand wandern wir weiter an der Küste mit großen Felsen entlang. Am Boden huschen Einsiedlerkrebse und Schlammspringer. Durch eine Lücke in den Felsen klettern wir den  Hang hinauf und wandern durch Urwald und Mangrovenwurzeln im Bogen zurück.

In der Kantine stärken wir uns zum Mittag und beziehen dann die schlichten Holzhütten. Für jeden gibt es ein Handtuch und eine Rolle Toilettenpapier. Unser Haus hat zwei Zimmer und ein Gemeinschaftsbad.

Die zweite Tour führt uns zunächst einen Plankenweg in den Regenwald hinein dann auf unebenen Pfaden über Wurzeln und Gestein. Wir sehen kleine Fische, die an der Haut knabbern, wenn man die Hand ins Wasser hält, Vögel, weitere Nasenaffen und Makaken. Wir verirren uns fast im Dickicht der Mangrovenwurzeln. Zum Abschluss steigen wir steile wackelige Holztreppen hoch zu einem Aussichtspunkt mit tollem Blick über die Bucht. Zum Sonnenuntergang erreichen wir wieder unsere Hütten und baden noch im südchinesischen Meer, das bei Badewannentemperatur keine Abkühlung bringt. Die kalte Dusche ist da schon angenehmer.

Abendessen ist genau wie mittags in der Kantine: Reis, Nudeln, Huhn, Salate, Kuchen, sofern die Schüsseln nicht gerade leer sind. Die Preise werden für jede Zutat (Stück Fleisch oder Kelle Nudeln) in einen Taschenrechner eingetippt und scheinen recht willkürlich zu sein.

In absoluter Dunkelheit gehen wir noch einmal in den Regenwald und halten nach nachtaktiven Tieren Ausschau und finden eine giftgrüne giftige Viper, eine kleine Baumschlange, einige Vögel, Spinnen, Tausendfüßer, Stabheuschrecken, Frösche. Es ist eine spaßige Tour.

Anschließend sitzen wir auf der Veranda unserer Hütte, weil es drinnen viel zu heiß ist. Ein Gewitter zieht auf. Vor den Mücken fliehen wir nach drinnen.

Heute ist es wieder sehr heiß und teils sonnig. Erst in der Nacht kommt Regen.

Dienstag, Bako-Nationalpark Wanderungen

Schon vor dem Frühstück erste Tierbeobachtungspirsch durchs Parkgelände: auf den Bäumen klettern Silberhaubenlanguren – von Bernd liebevoll Silberfischchen-Pagoden genannt. Einige Vögel erkennen wir nur als Silhouette.

Tom holt den Rest der Gruppe vom Steg ab, während wir frühstücken. Es gibt Toast mit knallbunte Marmeladen, Kuchen, Eier, Teigtaschen mit Banane gefüllt und Schmalzgebäck. Tee und Kaffee gibt es entweder schwarz oder mit Milch und zu viel Zucker. Hinterhältig fegt ein Affe über den Tisch und klaut Elviras Banane.

Nun macht sich Tom mit den Neuen auf den Weg, um ihnen das zu zeigen, was wir gestern gesehen haben. Wir anderen marschieren auf eigene Faust in den Regenwald und erklimmen einen steilen Weg zu einem schönen Aussichtspunkt.

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Zum Mittagessen treffen wir uns alle in der Kantine und starten danach die lange Tageswanderung: erst an den Mangroven vorbei, dann wieder ein Aufstieg auf ein Plateau. Dort oben wachsen die bekannten Kannenpflanzen. Über Holzstege oder Matschlöcher erreichen wir einen wunderschönen Aussichtspunkt mit Blick über einen menschenleeren Strand. Der nächste Abzweiger führt zu einem anderen Felsvorsprung, von dem wir zu einem anderen Strand absteigen, wo wir die Gelegenheit zum Baden nutzen. Zum Glück ist das Wasser nicht  ganz so warm wie gestern. Da wir keine Lust haben, den ganzen Weg zurück zu wandern, bietet uns Tom einen Bootstransfer an. Mit einem Teil der Gruppe bleiben wir also länger am Strand, lenken noch einen Priel um und lassen uns dann von einem netten Bootsführer zurückschippern, der uns voll Elan in den bunten Felsformationen alle möglichen Figuren deutet: Spartakus, Frankenstein, Sphinx, Napoleon etc. Eine sehr lustige Fahrt.

Die restliche freie Zeit sitzen wir auf der Veranda, spielen und beobachten das bunte Treiben auf der Wiese davor, wo eine Affenbande tollend vorbeizieht. Eine Makakenmutter mit Kind versucht in unser Haus einzudringen, das wir aber energisch verteidigen. Gero fotografiert den Spaß. Später kommt ein Bartschwein um die Hausecke und macht sich auf den Weg zum Strand. Wir folgen ihm und sehen zum Sonnenuntergang dort noch mehr Schweine.

Beim Essen lernen wir die anderen besser kennen. Tom und Bernd geben Logikrätsel mit Zahnstochern zum Knobeln.

In unserer Hütte lauschen wir wieder dem Zirpen der Zikaden, dem Rauschen des Windes und dem Quaken der Frösche.

Und zum Schluss das Wetter: Tagsüber schwül heiß, mitunter angenehm wolkig, kein Regen, dafür aber nachts unwetterartiger Regen.

Mittwoch, von Bako zum Baumhaus

Aufstehen, Frühstück, Wanderung. Entlang der Küste geht es über rutschige Baumwurzeln bergauf und bergab, über Felsen und Holztreppen zu einem einsamen Strand. Obwohl es nicht sehr sonnig und heiß ist, macht uns die hohe Luftfeuchtigkeit stark zu schaffen und lässt uns wie verrückt schwitzen. Aber trotzdem genießen wir den herrlichen Weg. Zurück räumen wir unsere Hütte, geben Schlüssel und Handtuch ab und klettern über den Strand auf eines der beiden Boote, schließlich ist die Gruppe jetzt fast doppelt so groß. Zum Glück haben wir das Boot mit den weichen Sitzpolstern erwischt, denn bei dem anderen bricht bei einem Überholmanöver das Sonnendach zusammen. Wir rasen oder tuckern den Bako-Fluss entlang, immer auf der Suche nach Krokodilen. Diese flüchten aber sofort, wenn sie uns sehen, ins Wasser. Wir sehen außerdem zwei Riesenotter und einige weiße Reiher. Gelegentlich säumt ein Fischerdorf das Ufer. An den bunten Stelzenhäusern hängt überall die Wäsche. Ein Fischer hat gerade große Krabben und versehentlich einen Waran gefangen. Aber auch eine große Holzindustrieanlage, viel Müll (alte Möbel, Plastik) gehören leider zum Bild. Nach der Unterquerung einer großen Autobrücke kommen wir wieder in das Gebiet der Delfine, von denen wir auch wieder welche zu Gesicht bekommen.

Nun fahren wir zu einem typischen Fischerdorf, wo wir aussteigen und freudig von vielen Kindern begrüßt werden. Das ganze Dorf steht auf Stelzen. Alles ist sehr einfach, aber auch sehr ordentlich. Es gibt sogar eine kleine Schule, die Fernseher laufen in den Wohnzimmern und jeder hat freies Internet.

Weiter geht die Bootsfahrt zum Permai Rainforest Resort, wo wir in Baumhäusern hoch über der Küste des Südchinesischen Meeres untergebracht sind. Ein traumhafter Blick vom Balkon. Hier erhalten wir auch unser Hauptgepäck wieder. Im Restaurant oberhalb des Strandes essen wir landestypische Gerichte (Gefüllte Ananas mit Reis, Huhn und Curry). Dazu gibt es frisch gepresste Säfte aus Ananas und Wassermelone.

Bei einem kleinen Nachtrundgang sehen wir eine Agame auf einem Baum sowie eine grüne Schlange. Das Meeresrauschen wiegt uns in den Schlaf.

Donnerstag, Freier Tag im Baumhaus

Unser freier Tag: wir frühstücken in aller Ruhe im offenen Restaurant mit Blick aufs Meer. Gemeinsam mit Gero besuchen wir beide das Sarawak Culture Village, eine Freilichtmuseum über die verschiedenen Kulturen, die in diesem Bundesland Malaysias wohnen. Über schmale Leitern gelangt man in die verschiedenen Langhäuser aus Holz und Bambus, wo viele Familien unter einem Dach zusammenleben. In den einzelnen Räumen erklären Mitarbeiter in Trachten die verschiedenen Handwerke und Kochkünste, man kann typische Speisen kosten und sich im Blasrohrschießen probieren. Mit einem „Reisepass“ ausgestattet, in den man überall Stempel erhält, lernen wir die Unterschiede zwischen den Gruppen kennen. Im Theater sammelt sich die gesamte Besucherschar, die auch aus vielen einheimischen Schulklassen besteht, und bewundert traditionelle Tänze, Akrobatik und komödiantisches Blasrohrschießen. Am Ende dürfen alle mittanzen. Am kommenden Wochenende findet hier das Rainforest Festival statt, das größte Musikfestival des Landes mit Gruppen aus aller Welt. Die Bühnen und Zelte werden gerade aufgebaut und der Soundcheck ist nicht zu überhören.

Um die Mittagszeit gehen wir wieder zurück auf unser Baumhaus und starten zu einer Wanderung durch den Regenwald direkt hinter der Ressort-Anlage. Der Weg ist sehr abwechslungsreich: er startet schon  gleich mit einem steilen Anstieg, der durch ein Seilgeländer erleichtert wird. Es geht über viele gewundene Wurzeln, riesige Felsen, umgefallene Bäume, mehrmals werden Flüsse überquert, einmal über eine nur aus Seilen bestehende Hängebrücke. Um uns herum stehen gigantische Mammutbäume, an denen Lianen herabhängen, die sich korkenzieherartig von Baum zu Baum winden. Auf der Hälfte rasten wie an einem kleinen Wasserfall von ca. 20 Metern Höhe. Es ist ein Rundweg, so dass wir auf dem Rückweg noch vieles Neues sehen. Schön ist auch, dass wir in der ganzen Zeit kaum anderen Wanderern begegnen, so dass wir den Regenwald mit seinem Gezirpe fast für uns allein haben. In den entfernteren Bäumen hören wir Affen springen.dschungelwanderung borneo reise

Zurück im Ressort erfrischen wir uns im Dschungelpool, einem Naturbecken, das mit kühlem Flusswasser gefüllt ist. Wenn man länger stehen bleibt, knabbern einem kleine Fische an den Füßen und bieten so eine kostenlose Pediküre.

Abends gehen wir mit Norbert und Elvira die Straße hinunter zum Shopping Center, wo neun Stände Essen und Getränke aller Art anbieten, die an die Tische geliefert werden. Hier treffen wir fast nur Einheimische. Das Essen ist sehr lecker und billig. Wir genießen Nudeln mit Huhn und Fisch, Pfannkuchen und frische Säfte. An unserem Tisch haben wir einen schönen Blick auf den Sonnenuntergang über dem Meer.

Nach Einbruch der Dunkelheit zeigt Tom der ganzen Gruppe in den Bäumen hängende Lemuren und wie sie von Baum zu Baum gleiten können.

Freitag, Mulu: Tropfsteine und Fledermäuse – Lang Cave und Deer Cave

Schon sehr früh am Morgen müssen wir unser schönes Baumhaus verlassen, weil unser Weiterflug schon um 9 Uhr geht. So stellen wir um 5.30 Uhr die Koffer vor die Tür, die wir zum Glück nicht selbst die vielen Stufen vom Baumhaus hinuntertragen müssen. Doch die Bestellung von Kaffee und Tee hat dann doch nicht geklappt. Das Frühstück nehmen wir als fertiges Paket mit in den Bus.

Mit einer Propellermaschine fliegen wir nach Mulu. Auf dem kleinen Flughafen sind wir die einzige Maschine, aber die Koffer werden trotzdem ganz stolz über ein 2 m langes Rollband geschoben. Abgeholt werden wir mit einem Pickup, der zunächst nur das Gepäck und 4 von uns mitnimmt. Nach wenigen Minuten kommt er zurück, um den Rest zu holen. 3 von uns stehen dabei auf der Laderampe. Aber wenn man sich die kaum noch fahrtüchtigen anderen Fahrzeuge ansieht, haben wir es doch gut getroffen. Die Fahrt dauert ja auch nur etwa 5 Minuten.

Über eine Hängebrücke erreichen wir das Hauptquartier des Nationalparks, der zum Weltnaturerbe gehört. Hier wohnen wir in einem Langhaus in der „Leopardenhöhle“, im Zimmer stehen uns gleich 4 Betten und 2 Duschen zur Verfügung. Mittag essen wir in der Kantine, in der frisch gekocht wird.

Nach einer kurzen Erholungspause marschieren wir einen sehr langen Plankenweg durch den Regenwald zu den Höhlen und lassen dabei so einige Gruppen an uns vorbeiziehen. Wir sehen riesige Bäume und lustige Laternenträger. Über uns flattern und schweben große Schmetterlinge. Am Wegesrand stehen zahlreiche Urwaldriesen mit ihren Plattenwurzeln.

Zunächst besuchen wir die Lang’s Cave, eine relativ kleine Tropfsteinhöhle mit vielen bizarren Stalaktiten und Stalagmiten.

 

Gleich nebenan liegt die riesige Deer Cave. Der gigantische Innenraum ist 120 m breit und 150 m hoch. An der Decke hängen 3 Millionen Fledermäuse, am Boden stinkt ihr Guano. Durch ein großes Portal blickt man ins Grüne und sieht im Felsen die Silhouette von Abraham Lincoln. Wir folgen der Höhle weiter ins Innere zu einem Wasserfall und einem weiteren Felsenfenster, dessen Ausblick als „Garten Eden“ bezeichnet wird. Hier sehen wir, wie einige Fledermäuse schon die Höhle verlassen und machen uns daher zügig zurück zum Haupteingang. Hier strömen schon die Flattermänner in Scharen im Formationsflug aus der großen Öffnung. Auch wenn wir uns den Vorgang spektakulärer vorgestellt haben, war es doch interessant anzusehen, wie sie sich alle erst völlig ungeordnet, dann als Ring und dann als langer Schlauch in den Abendhimmel verabschieden. Unterhalb der Höhle befindet sich eine Art Amphitheater, von wo aus man das Spektakel gut betrachten kann. Alle paar Minuten kommt ein neuer Schwarm aus der Höhle heraus und bildet verschiedenste Buchstaben auf dem Weg zur Jagd.

Bei einbrechender Dunkelheit gehen wir den 3 km langen Weg zügig zurück und lauschen dabei den Geräuschen des Dschungels. Einige Zikaden heulen ohrenbetäubend wie Kreissägen. Dazu kommt das laute Quaken der Frösche. Auch direkt vor unserem Zimmer im Langhaus ist es kaum anders. Abendessen gibt es wieder in der Kantine.

Vor unseren Zimmern hängen ein Gottesanbeterin und ein großer Gecko.Höhlen Erkundung bei Borneo reise

Samstag, Wind Cave und Clearwater Cave

Zum Frühstück haben wir uns Pfannkuchen mit Honig ausgesucht, dazu gibt es eine Banane. Hier gibt es keine Affen, die sie klauen könnten.

Vor allen anderen Touristengruppen besteigen wir zwei Langboote und flitzen über das flache Wasser, wobei wir ständig kleinen Felsen oder Baumstämmen ausweichen müssen. An den Ufern hängen die Bäume ihre Zweige und Lianen über und in das Wasser. Nach wenigen Minuten erreichen wir den Anlegesteg und steigen Stufen zur Wind Cave hinauf. Durch schmale Gänge schlängeln wir uns zur Königshalle. Hier wachsen wieder Tropfsteinsäulen, die wie geschnitzte Säulen aussehen. Mit etwas Fantasie erkennt man die Skulptur eines Königs, der eher wie ein Mönch aussieht. Etwas tiefer drin ist ein großes Loch in der Decke, die vor langer Zeit eingestürzt ist.

Draußen wandern wir ein Stück weiter um den Felsen herum und sehen einige kleinere Kalksteinspitzen, die wie die Tsingis in Madagaskar aussehen. Bevor wir die 200 Stufen zur Clearwater Cave erklimmen, gibt es von den Bootsführern Kaffee und Tee.

Das Besondere an dieser Höhle ist, dass ein unterirdischer Fluss durch sie hindurchfließt. Vom Eingang aus steigt man viele Stufen wieder herunter. In mehreren Ebenen bewundern wir die Gesteinsformationen. In einem Nebenarm, der sogenannten Lady’s Cave, soll man in einigen Steinen Frauen erkennen können. Alle Höhlen sind hier über mehre Arme miteinander verbunden. Insgesamt wurden schon über 200 km erkundet, aber nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Vor dem Ausgang der Höhle befinden sich ein Picknickplatz und ein natürliches Becken, in dem wir in kühlem, klarem Wasser schwimmen. Eine herrliche Abkühlung! Im Wasser liegen umgefallene Baumstämme, auf die man sich setzen kann, Fische schwimmen hier auch. Nun lassen wir uns das von den Bootsführern mitgebrachte Essen schmecken, bevor wir mit dem Boot zurück fahren.

Nach einer kurzen Erholungspause wandern wir wieder in den Regenwald und erklimmen den Canopy Skywalk: In über 30 Metern Höhe gelangen wir über schmale Hängebrücken von Baum zu Baum. Aus dieser Höhe bietet der Wald wieder einen völlig anderen Anblick. Es geht auch mehrmals über einen Fluss.

Zurück machen wir noch einen Umweg über den botanischen Pfad, wo die Luftwurzeln besonders gut zu bewundern sind.

Zum Abendessen können wir uns wieder etwas aussuchen: Nasi Goreng bzw. Fisch süßsauer.

In absoluter Finsternis machen wir mit Taschenlampen ausgestattet eine Nachtwanderung. Wir entdecken auf den großen und kleinen Blättern immer mal wieder eine große Stabheuschrecke, Schnecken so groß wie Tennisbälle, Spinnen, große und kleine Frösche. Eine bestimmt zwei Meter lange Mangrovenkatzenschlange ist schwarz mit gelben Ringeln. Die giftgrüne Viper hat ein schönes Muster. Einen 20 cm langen Tausendfüßler darf Jens auf die Hand nehmen. Auf einem Ast direkt über dem Weg sitzt ein schlafender Eisvogel und am unteren Ende einer Luftwurzel hängt eine pummelige Fledermaus.

Sonntag, von Mulu zurück in die Zivilisation

In der „Morgenkühle“ steigen wir auf einen Vogelbeobachtungsturm mit gutem Blick in die Baumkronen aber keinen Vögeln. Den ganz grünen Green Broadbill erkennt man nur mit Fernglas.

Bis zum Abflug warten wir bei Limettensaft an der Bar mit Flussblick.

Vom Mini-Flughafen Mulu, wo es überhaupt nur ein Gate gibt, fliegen wir mit der einzigen dort stehenden Propellermaschine weiter nach Osten an der Küste entlang. Schön ist der Blick vom Flugzeug über das weite südchinesische Meer und die vorgelagerten Inseln. Auch beeindruckten die weiten Waldgebiete, die nur vereinzelt von Flüssen unterbrochen werden. Erst nach einiger Zeit sind wieder die ersten Häuser und Städte zu erkennen.

Bereits nach etwa 50 Minuten landen wir in Kota Kinabalu, der Hauptstadt des Bundesstaates Sabah. Nach erneuter Einreise mit Passkontrolle und Stempel im völlig neu gebauten Flughafen gibt uns Tom eine Runde Berliner aus, bevor wir mit unserem neuen einheimischen Guide zusammen zum nahegelegenen Stadthotel fahren.

Nach kurzem Auspacken im Zimmer beginnen wir mit der Stadtrundfahrt. Außerhalb des Zentrums liegt die größte Moschee der Stadt, die von einem künstlichen Wassergraben umgeben ist. Leider können wir nicht hinein, weil gerade eine Gebetsstunde stattfindet.  Vielleicht schaffen wir es morgen. Mit ihren 4 weißen Minaretten leuchtet sie vor dem blauen Himmel, denn auch heute ist wieder ein herrlicher Sommertag. Gestern hatte es hier geregnet, bei uns war bisher jeder Tag trocken.

Dann fahren wir zum ältesten buddhistischen Tempel von Kota Kinabalu. Es ist eine recht große Anlage, die allerdings recht kitschig und nach Plastik aussieht. Im hinteren Tempel findet gerade eine Zeremonie statt. Im kleinen Garten stehen viele Tiere aus aller Welt, sogar ein Zebra, was dazu führt, dass Bernd seine Wette gegen Tom verliert, dass wir auf der Reise kein Zebra sehen werden.

Nun geht es zum Signal Hill, einem Aussichtspunkt mit Blick über die Stadt. Schön ist diese moderne Wirtschaftsstadt wirklich nicht, viel zu viele Hochhäuser und Straßen. Oder sind wir einfach von den letzten Tagen nur noch Natur gewohnt? Der alte Uhrturm ist jedenfalls das einzige historische Gebäude hier. Zu Fuß gehen wir den Berg hinunter zum Bus, der uns zu einem Einkaufszentrum in der Innenstadt bringt. Wir bummeln durch die kleinen Geschäfte, erledigen so wichtige Geschäfte wie das Kaufen von Postkarten und Briefmarken und erreichen dann das Marktviertel am Wasser. Es sind mehrere Märkte, die ineinander übergehen und alles bieten, was man braucht. Hier gibt es Gewürze jeglicher Art, auch getrocknete Seepferdchen und Schwimmblasen von Fischen, Fische aller Größe und Form, die lauthals von den Verkäufern angepriesen werden. Durch enge Gänge schieben wir uns mit den Massen an den Ständen vorbei. Wir probieren auch einige exotische Früchte wie Mangostin, Rambutan und Jackfruit. Es folgt der Bereich, wo die soeben gesehenen Fische und Hühner zubereitet werden. Ein Grillstand neben dem anderen brät Hühnerspieße, durch den Qualm sind die Verkäufer kaum zu erkennen. An der anderen Ecke, dem Philippinenmarkt, gibt es Souvenirs aller Art. Dieser Markt ist ein großartiges Erlebnis für alle Sinne.

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Auf der angrenzenden Waterfront reiht sich ein Restaurant an das nächste, wir setzen uns in eines mit einheimischer Küche mit herrlichem Blick auf das Meer und den Sonnenuntergang. Die Spezialität sind Sate, kleine Fleischspieße mit Erdnusssoße.

Danach bummeln wir noch zu zweit durch die Geschäfte auf der Jagd nach Souvenirs. In allen Straßen sind Nachtmärkte entstanden, die Kleidung und „echte“ Markenartikel verkaufen. Überall ist auch zur späteren Stunde noch viel Leben in den Straßen.

Montag, ab in die Berge

Auf der Fahrt mit dem Bus halten wir noch einmal an der Moschee. Jetzt ist keine Gebetszeit und wir dürfen sie betreten. Dafür ziehen alle ein langes Gewand an, die Frauen lila, die Männer sandfarben. Für die Damen gibt es ein Kopftuch, die Herren setzen eine weiße Mütze auf. Der Innenraum ist sehr schlicht, der Vorraum ist mit Teppichen ausgelegt, der Hauptraum, den nur Moslems betreten dürfen, ist mit  glattem Marmor gefliest. Es passen insgesamt ca. 7000 Menschen hinein.

Der nächste Fotostopp ist an einem chinesisch-christlichen Friedhof an einem Hügel. Danach geht es stetig die Serpentinen hinauf durch schlichte Dörfer mit Obst und Reisanbau. Toilettenpause ist mit Blick auf den Gipfel des Kinabalu, frisches Obst und Souvenirs. Dann ziehen Wolken auf.

Auf ca. 1500 Metern Höhe wandern wir im Nationalpark Kinabalu, der auch zum Weltnaturerbe der Unesco zählt, einen schmalen matschigen Höhenweg entlang. Die Aussicht beschränkt sich leider auf ein weißes Wolkenmeer. Es ist angenehm kühl. Mehr Wege sind wegen des Erdbebens mit vielen Erdrutschen vor wenigen Wochen noch nicht wieder freigegeben. Wir besuchen noch den dortigen Botanischen Garten, wo es viele endemische Pflanzen wie Kannenpflanzen und Orchideen zu sehen gibt. Danach gibt es von einem kleinen Buffet chinesisches Essen.

Ein kleines Stück mit dem Bus entfernt liegt unsere Unterkunft für die nächste Nacht. Das Ressort besteht aus vielen weißen Blockhütten den Hang hinauf mit Nadelbäumen dazwischen. Kaum haben wir die Zimmer bezogen, fängt es an zu regnen. Da Anika sowieso gerade duschen wollte, geht sie im Bikini in den Regen. Herrlich! Der Luftdruckunterschied zum Meeresspiegel auf 1300 m macht sich wundersam bemerkbar: Die Kugel vom Deo explodiert heraus und hinterlässt eine Deospur quer durchs Bad. Auf der überdachten Terrasse trinken wir einen originalen Saba-Tee, lauschen dem prasselnden Regen auf dem Dach und dem gelegentlichen Donnergrummeln und genießen den Blick auf die wolkenbedeckten Berge drumherum.

Mit den silbernen Schirmen begeben wir uns zum Restaurant. An den Nebentischen essen chinesische Familien „Steam Boat“: eine Art Fondue mit heißer Brühe für Nudeln, Gemüse und Eier. Wir gucken alle ganz fasziniert. Dafür schauen die Chinesen, als bei uns sechs große Platten mit Obst aufgetischt werden, das wir vorher auf dem Markt gekauft haben. Es gibt Mangostin, Rambutan, Ananas, Mango, Banane, Drachenfrucht, haselnussgroße Kugeln, die etwas wie Litschi schmecken und braune Früchte, die gar nicht geschmeckt haben.

Das war also unser erster Tag, an dem wir den Regen nicht nur in der Nacht erleben. In den Bergen ist es ausnahmsweise nicht so heiß. Nachts herrscht absolute Ruhe: keine Frösche, kein Verkehr, keine Wellen, keine Zikaden.

 

Dienstag, vom Kinabalu nach Sepilok

Nach einem einfachen Frühstück fahren wir mit dem Bus etwa eine Stunde bis Poring. Auf einem weiteren Canopy Walk, der allerdings viel kürzer ist als der in Mulu, schaukeln wir über wackelige Hängebrücken in 40 Metern Höhe über den tropischen Tieflandwald. Vor dem Essen machen wir eine kurze Pause bei den heißen Schwefelquellen. Abkühlend ist ein Bad im kalten Pool. Auch einheimische Familien machen hier Rast und essen Durian, eine Stinkfrucht, die etwa die Konsistenz von Schmierkäse hat. Einige unserer Gruppe sehen sich den  Schmetterlingsgarten an. Während des Essens schleichen drei junge Katzen unter dem Tisch herum. Es gibt „Hustensaft“.

Dann setzen wir die lange Fahrt auf schlechter Straße fort, die gegen Ende nur noch durch Palmölplantagen führt. Nach vier Stunden erreichen wir endlich Sepilok im Osten. Unsere Unterkunft ist direkt neben dem berühmten Urang-Utan-Zentrum und besteht aus Holzhäusern, die hübsch um einen See herum angelegt sind.

Am Abend machen wir eine Nachtwanderung durch das Orang Utan Zentrum. Vom Spielplatz der Affen aus beobachten wir fliegende Eichhörnchen, die beim Einsetzen des Gezirpes der Zikaden beginnen, von Baum zu Baum zu gleiten. Auf unserem Rundweg sehen wir außerdem einen Fluglemuren, mehrere Schlangen und einen Skorpion.

Anschließend essen wir auf der Terrasse direkt am See einheimische Spezialitäten.

Mittwoch, Orang Utans, Sonnenbären und Hornvögel

Noch vor dem Frühstück ziehen wir mit Tom und Geoffrey um die Anlage auf der Suche nach Hornvögeln. Weit oben in den Baumwipfeln hockt einer, der aber leider schon bald wegfliegt. Dafür sehen wir einen Bulbul und Spiderhunter.

Zu Fuß gehen wir zum Orang Utan Zentrum, wo es erst einen Film zu sehen gibt mit der Einladung, einen  Orang Utan zu adoptieren. Hier sind gefühlt alle Touristen der Region auf einer Stelle. Danach geht es nach draußen zur Fütterungsplattform, wo auch bald ein Weibchen mit Jungem und ein Männchen auftauchen. Gemächlich klettern sie die Seile entlang zu den Pflegern mit dem Futter. Hinter ihrem Rücken bedienen sich die frechen Makaken an den Bananen, die sie genüsslich auf den Bäumen verspeisen. An der „Nursery“, einer Art Affenschule, ist wegen der stechenden Sonne kein Tier zu sehen. also begeben wir uns auf der anderen Straßenseite zum Sun Bear Conservation Center. Hier werden diese vom Aussterben bedrohten schwarzen Bären mit goldener Brust aufgepäppelt. Einige tapsen über und unter Baumstämmen entlang.

Gegen Mittag verlassen wir Sepilok und fahren zwei Stunden lang durch Palmölplantagen. Wie schön muss hier einst der Urwald gewesen sein.

An einem Fluss (Sungai Kinabatangan) verlassen wir den Bus und steigen in zwei Boote um, die uns zu einer Lodge auf der anderen Flussseite bringen. Sie ist klein und familiär mit nur sechs Häusern. Der Strom wird durch Sonnenenergie oder Muskelkraft gewonnen. Nach dem späten Mittagessen wollten wir eigentlich unsere erste Bootsfahrt unternehmen, aber ein kräftiger Regen verzögert die Abfahrt um etwa eine halbe Stunde. Wir beobachten währenddessen, wie eine ganze Horde Makaken durch die Anlage springt, erst auf den Geländern entlang und  dann auf die Bäume, von denen sie die reifen  Früchte ernten. So schnell wie es begonnen hat zu regnen, so plötzlich ist es auch schon wieder trocken. Wir besteigen also zwei Boote und tuckern am Flussufer entlang und in einen Nebenarm, wo wir auch gleich eine Gruppe Hornvögel in den Wipfeln entdecken. Am Ufer und in den Ästen tummeln sich weitere Makaken mit langen oder kurzen Schwänzen sowie eine große Herde Nasenaffen. Sehr viele andere Boote sind auch erst später gestartet, so dass es sich fast schon staut.

nasenaffe borneo

Wieder in der Lodge macht uns Tom auf einen wilden Orang Utan aufmerksam, der sich gemächlich durch Bäume hangelt. Nach Meinung der Einheimischen bedeutet das, dass er uns in seinen Wald einlädt.

Zum Abendessen wickeln wir uns einen traditionellen Sarong um den Bauch und lassen uns die Spezialitäten vom Buffet schmecken.

Im Dunkeln machen wir noch eine Nachtausfahrt auf dem Fluss, wobei Tom mit einem starken Strahler das Ufer absucht und uns dabei mehrere Eisvögel, Fischeulen, schlafende Affen und eine Zibetkatze zeigt. Mitten auf dem Fluss hält das Boot, und wir genießen ohne Strahler den sternenklaren Himmel und die Geräusche der Nacht.

Donnerstag, ein Tag auf dem Wasser

Um sechs Uhr in der Frühe begeben wir uns auf die erste Flusssafari des Tages. Der Dunst hängt noch in den Bäumen, als wir die ersten Hornvögel sehen. Durch einen schmalen Kanal erreichen wir den ehemaligen Flusslauf, Oxbow Lake genannt, der durch starken Wuchs der Wasserlilien vom Frischwasser abgeschnitten ist. Dort stehen weiße Reiher am Ufer, in den Bäumen sitzen Adler, Dollarvögel, Schlangenkopfvögel, ein Storm’s Stork (Höckerstorch), Seehühner, und Affen. Als Tom Toastbrot ins Wasser wirft, schnappen zahlreiche Fische danach, die man aber in der braunen Brühe nicht sehen kann. Ein Eisvogel kann sie anscheinend orten und stürzt kopfüber ins Wasser.

Kurz vor neun kommen wir zum Frühstück wieder in die Lodge.

Eine Stunde später fahren wir mit Boot und Bus zur Gomatong-Höhle. In dieser großen Felshalle stinkt es beißend nach Vogelkot von den Abermillionen Schwalben, die unter der Decke ihre Nester bauen. Diese werden über abenteuerliche Leiterkonstruktionen geerntet und für viel Geld in China als Delikatesse verkauft. An den Wänden und am kotbedeckten Boden krabbeln ebenso viele Kakerlaken. Bei dem Gestank und Gewusel kann man die Felsformation nicht richtig würdigen. Eine Erfahrung, die man nicht unbedingt gemacht haben muss.

Am Nachmittag brechen wir zu einer weiteren Bootstour auf. Die Sonne sticht, es ist brennend heiß. Zum Glück ist es im schmaleren Nebenarm etwas schattiger. Dort haben wir viel Spaß an einer großen Affenherde, bewundern unseren Bootsführer, wie er die verstecktesten Schlangen in den Bäumen findet und sehen wieder viele Vögel. Auf dem Rückweg  beobachten wir noch eine Gruppe Nasenaffen in den Wipfeln. Dann fängt es stark zu regnen an, so dass die Regenponchos schließlich zum Einsatz kommen.

Zum Abendessen gibt es unter Anderem fangfrische Garnelen und von unserem lokalen Guide eine Abschiedstorte.

Freitag,  Sandakan

Gleich nach dem Frühstück fahren wir mit dem Boot auf die andere Flussseite und mit dem Bus lange durch die Palmölplantagen. Wobei wir diesmal kurz stoppen, damit Tom uns die einen halben Zentner schweren Fruchtballen erklären kann, aus deren dattelgroßen Einzelfrüchten das Speiseöl gewonnen wird.

Bei Sepilok besuchen wir das Rainforest Discovery Center mit einem weiteren Canopy Walk auf der Suche nach seltenen Vögeln. Diesmal ist der Untergrund aber auf Metallgittern. Wegen der parallel stattfindenden lauten Bauarbeiten sind aber kaum Vögel zu sehen.
Direkt an der Ostküste liegt die Stadt Sandakan. Unser edles 4-Sterne-Hotel liegt auf einem Hügel etwas außerhalb des Zentrums. Aber in einer Viertelstunde ist man zu Fuß am Wasser. Das kleine Stadtmuseum befindet sich in einem alten Gebäude, wo mit vergilbten Fotos die Geschichte des Ortes nacherzählt wird; aber auch Alltagsgegenstände und Urwaldhütten sind zu sehen. Überall im Ort gibt es Gedenksteine an die Opfer des zweiten Weltkrieges, als die Stadt fast vollständig zerstört wurde. Die Markthalle und die Geschäfte sind auf die Bedürfnisse der Einheimischen ausgelegt. Bei einem kleinen Gewürzladen besorgen wir Zimt, Curry und Sternanis. Ein Kaufhaus bietet auf fünf Etagen alles für das tägliche Leben und ist dabei Drogerie, Baumarkt und Lebensmittelladen in einem. Die anderen Läden verkaufen entweder Schuhe, Handys, Schmuck, Kleidung, Stoffe oder Elektrogeräte. Die 100-Stufen-Treppe, die deutlich länger ist, führt uns zu einem Aussichtspunkt, dem Englischen Teehaus und dem Agnes Keith Haus. Im Hotel genießen wir die große Poollandschaft.

Das Abschlussessen nehmen wir in einem Restaurant an der Waterfront ein mit lauten Musikvideos im Hintergrund.

Samstag, letzter Tag in Sandakan und Rückflug nach Hamburg

Noch vor de  m Frühstück schwimmen wir beide in aller Ruhe im Pool. Wir essen uns richtig satt und machen uns auf einen letzten kleinen Spaziergang. Entlang des Heritage Trails kommen wir an zwei chinesischen Tempeln und der ältesten anglikanischen Kirche Sabas vorbei.

Um 12 Uhr werden wir zum Flughafen gefahren und verabschieden uns noch von Tom, der uns noch beim Einchecken hilft. Der erste Flug bringt uns nach Kuala Lumpur, wo wir uns stundenlang bemühen, das letzte Geld in mehr oder weniger sinnvolle Souvenirs zu verwandeln. Die Geschäfte sind sternförmig um einen Innenhof mit Regenwald angeordnet, der allerdings heute geschlossen hat. Ein A380 bringt uns innerhalb von 13 Stunden nach London Heathrow, wo wir uns von den übrigen Mitreisenden verabschieden. Während ein paar Stunden Aufenthalt hat das Gepäck genug Zeit ins nächste Flugzeug transportiert zu werden. In Hamburg holen wir es vom Gepäckband und fahren mit der S-Bahn nach Hause.

Anika Henkel und Florian Ringe berichten von der Gruppenreise:  Borneo – Sinfonie tropischer Grüntöne  (31.7. bis 15.8.2015)

https://www.reisenmitsinnen.de/asien/malaysia/reisen/sinfonie-der-gruentoene

 

 

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http://www.oneworldreisen.de/2017/01/borneo-reisebericht-von-anika-henkel-und-florian-ringe
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